Finanzwissen: Aktien – Spiegel unserer Wirtschaft

Eine Aktie ist ein Wertpapier, ein Anteilschein am Kapital einer Aktiengesellschaft. Der/die Inhaber*in einer Aktie ist Miteigentümer*in am Vermögen einer Aktiengesellschaft und damit am Gewinn, aber auch am Verlust dieser Gesellschaft beteiligt. Mit der Ausgabe von Aktien verschaffen sich Aktiengesellschaften Eigenkapital. Der Wert einer Aktie wird durch Angebot und Nachfrage gebildet, wobei die Gewinnaussichten des Unternehmens einen entscheidenden Einfluss auf den Kurs haben. Aktien werden wie Immobilien zu den sogenannten Sachwerten gezählt. Auch bei der Immobilie bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Umso attraktiver die Lage, umso höher steigt der Immobilienpreis. Aktionär*innen erhalten, wenn es die Unternehmenssituation zulässt, eine jährliche Dividendenzahlung. Vermieter*innen können Mieten vereinnahmen.

Auch, wenn die Aktienkurse über viele Jahrzehnte jedes Jahr im Schnitt um sieben Prozent zugelegt haben, die meisten Anlegerinnen und Anleger würden hierzulande den Kauf einer Immobilie vorziehen. Sie trauen den Börsen nicht.

In den vergangenen 120 Jahren haben die Börsen zwei Weltkriege und einige große und unzählige kleine Krisen erfolgreich gemeistert, da die Wirtschaft in den Industriestaaten und seit einigen Jahrzehnten auch in den Schwellenländern unterm Strich immer deutlich gewachsen ist. Wirtschaft und Börse entfernen sich nicht zu weit voneinander, es muss einen Ausgleich geben.

Zwischendurch kommt es zwar zu Abweichungen: schätzen Anleger*innen beispielsweise die Realität zu optimistisch ein, werden die Kurse irgendwann fallen. Waren sie zu skeptisch, werden sie auch wieder steigen. Trotz aller Berg- und Talfahrten, am Ende landen alle wieder auf dem Boden der Realität und Wirtschaft und Börse passen wieder wie „Pott und Deckel“ zueinander. Die Feststellung des Börsenprofis André Kostolany wird aber auch künftig gelten: „An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten“.