Warum sich die nachhaltige Geldanlage gerade für Frauen so gut eignet

Das Interesse ist enorm, nur bei der Umsetzung hakt es: Speziell immer mehr Frauen wünschen sich eine Geldanlage, die nicht nur Rendite erwirtschaftet oder Sicherheit bietet, sondern die auch zu ihren eigenen Werten passt. Nachhaltige Investments können genau diese Bedürfnisse erfüllen. „Doch die meisten Frauen wissen nicht, wie sie dabei vorgehen sollen“, berichtet Dr. Mechthild Upgang, Vorstandsmitglied der „FinanzFachFrauen“, einem bundesweiten Zusammenschluss von Finanz- und Versicherungsexpertinnen. Damit die Geldanlage mit Sinn nicht am fehlenden Durchblick scheitert, ist eine professionelle und vor allem unabhängige Anlageberatung unbedingt empfehlenswert.

Ob Bio-Lebensmittel, Ökostrom oder der Verzicht auf Plastik – das Thema Nachhaltigkeit ist hierzulande sehr präsent. Einer aktuellen Umfrage von YouGov zufolge ergreifen 88 Prozent der Deutschen bereits Maßnahmen, um die Umwelt zu schonen. Bemerkenswert dabei ist, dass laut Umfrage in vielen Bereichen Frauen deutlich nachhaltiger leben wollen als Männer.

Dieses Bewusstsein drückt sich auch beim Thema Geldanlage aus. „Frauen geht es sehr häufig darum, ihr Anlageverhalten mit den persönlichen Wertvorstellungen in Einklang zu bringen“, hat Finanzexpertin Upgang beobachtet. „Sie interessieren sich vermehrt dafür, was mit ihrem Geld passiert, das heißt, wo und wie es investiert wird.“

Ein geeignetes Instrument dafür sind nachhaltige Investments. Darunter versteht man Geldanlagen, bei denen über ökonomische Faktoren hinaus auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt werden. Manager etwa von Nachhaltigkeitsfonds achten bei ihrer Anlagepolitik darauf, dass bei den investierten Unternehmen bestimmte soziale, ökologische oder ethische Standards eingehalten werden.

Kein Renditeverlust

Und die Produktpalette wächst stetig: „Eines ist dabei fast immer garantiert: die emotionale Rendite dank eines verantwortungsvollen Engagements“, sagt Upgang. „Und das finden Frauen wichtig.“ Hinzu kommt, dass zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben, dass nachhaltig gemanagte Produkte im Vergleich zu herkömmlichen Fonds langfristig besser oder zumindest gleich gut abschneiden.

„Mittlerweile darf nicht mehr die Frage sein, ob, sondern wie ich nachhaltig investiere“, fordert deshalb Upgang. Doch dennoch halten sich viele Anlegerinnen zurück. Der Hauptgrund: Das Thema nachhaltige Geldanlage ist nicht selbsterklärend. Wer sich die Produkte anschaut, wird schnell feststellen, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ von den Fondsanbietern sehr unterschiedlich ausgelegt wird. „Genau hier liegt das Problem. Nachhaltig kann vieles bedeuten“, erläutert die Finanzexpertin.

Ein Ansatz, nach dem die Anbieter vorgehen, ist zum Beispiel das Negativ-Screening oder Ausschlussprinzip. Dabei werden beispielsweise auf Atomkraft setzende Energieversorger oder die Rüstungsindustrie von vorne herein ausgeschlossen, oder auch Länder, in denen es die Todesstrafe gibt oder keine demokratischen Strukturen herrschen. Bei der positiven Auswahl dagegen werden explizit Unternehmen ins Portfolio aufgenommen, die hinsichtlich bestimmter Kriterien gut abschneiden. Ein Ableger der positiven Auswahl ist die Variante „best-in-class“. Hier werden die Unternehmen innerhalb einer Industrie miteinander verglichen und die jeweils besten ausgewählt. Das kann jedoch zur Folge haben, dass auch ein Ölkonzern mit im Fonds ist, nur weil er ein bisschen umweltfreundlicher ist als die Konkurrenz.

„Es ist sehr wichtig, hier den Durchblick zu behalten, damit das ausgewählte Anlageprodukt auch tatsächlich zu den individuellen Bedürfnissen und dem Risikoprofil der Anlegerin passt“, sagt Upgang. Ein professioneller Hintergrund, wie ihn die Finanzexpertinnen des Vereins „FinanzFachFrauen“ bieten, kann bei der Suche nach den richtigen nachhaltig ausgerichteten Produkten helfen. Die Beraterinnen haben zudem das Gesamtportfolio und die individuelle Situation der Anlegerin im Blick und können so böse Überraschungen bei der Investition in nachhaltige Produkte ausschließen.

Die neue Mütterrente – Generationengerechtigkeit sieht anders aus

Die neue Mütterrente II bringt nur wenigen Rentnerinnen Vorteile. Die Nachteile für die junge Generation der Mütter überwiegen und zwingen sie, sich selbst um die eigene Vorsorge zu kümmern.

Die neue Mütterrente II, Bestandteil des von Bundessozialminister Hubertus Heil vorgestellten Rentenpakets, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, soll dafür sorgen, dass viele Mütter mehr Erziehungsjahre für die Rente gutgeschrieben bekommen. Diese Maßnahme berücksichtigt die älteren Mütter, vergisst dabei die jungen Frauen und Mütter, die in Teilzeit arbeiten und im Alter nur auf eine Teilzeit-Rente Anspruch haben.

Um den täglichen Spagat zwischen Familie und Beruf zu bewältigen, arbeiten immer noch die meisten jungen Frauen und Mütter in Teilzeit. Trotz aller Zusagen der Regierung, für mehr Kita-Plätze, 24-Stunden-Rundum-Betreuungen und einem flächendeckenden Ausbau der Lehrerstellen zu sorgen, wird es den Müttern immer noch erschwert, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das zwingt viele junge Frauen dazu, von einem Vollzeitjob auf einen Teilzeitjob herunter zu reduzieren.

Kurzfristig mag dies für alle jungen Mütter eine gute Entscheidung zum Wohle der Familie sein, langfristig entsteht dadurch für die Frau persönlich eine große finanzielle Lücke in der Altersvorsorge, die sie im gesamten Arbeitsleben nicht mehr wird schließen können. Um es auf eine Formel zu bringen: Aus Teilzeit-Arbeit entsteht Teilzeit-Rente – damit hat eine Frau im Alter noch weniger Geld zur Verfügung.

Einen Teil der Kosten der Mütterrente II werden die Rentner tragen, indem sie auf Rentensteigerungen verzichten müssen. Den größten Teil finanzieren die heutigen Beitragszahler, also alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Und somit auch alle jungen Frauen und Mütter, die mangels einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Teilzeitjob ausüben.

Die angestrebte Generationengerechtigkeit wird auch damit nicht erreicht. Aus diesem Grund befürwortet die bundesweite Vereinigung „Die FinanzFachFrauen e.V.“ weitergehende Maßnahmen durch die Politik für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Zukunft. Gleichzeitig setzen sich die „FinanzFachFrauen“ seit vielen Jahren intensiv und erfolgreich dafür ein, immer mehr junge Frauen in Workshops, Seminaren, Tagungen sowie in persönlichen Beratungsgesprächen zu sensibilisieren, sich selbst um die eigene Altersvorsorge mithilfe von Finanz- und Vorsorgeprodukten zu kümmern – und nicht ganz dem Staat in Bezug auf die persönliche Zukunft zu vertrauen.

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